Eine GeForce RTX 5090 hat eine Preisempfehlung von 2.099 Euro. Im Handel kostet sie Anfang November 2026 ein Mehrfaches davon. Auch die RTX 5080, die RTX 5070 Ti und die RTX 5070 liegen weit über der UVP. Der Hauptgrund ist knapper Speicher, den Rechenzentren für künstliche Intelligenz in großen Mengen aufkaufen.

So weit liegen die Preise gerade über der UVP

Die Tabelle zeigt die Preisempfehlungen von Nvidia und AMD und den günstigsten Preis, den unser Tracker gerade bei österreichischen Händlern sieht. Sie aktualisiert sich mit jedem Seitenaufruf. Die UVP-Werte stammen aus den Übersichten von ComputerBase und PC Games Hardware.

KarteUVPGünstigster Preis jetztJetzt abAufschlag+/−
RTX 5090€ 2.099€ 8.916+325 %
RTX 5080€ 1.059€ 2.014+90 %
RTX 5070 Ti€ 879€ 1.395+59 %
RTX 5070€ 589€ 952+62 %
RX 9070 XT€ 689€ 985,99+43 %
Live aus unserem Tracker, Stand 7. November um 18:19 Uhr. Preise und Verfügbarkeit entsprechen dem angegebenen Stand und können sich ändern. UVP: deutsche Preisempfehlung von Nvidia bzw. AMD.

Der Speicher ist der Engpass

Eine Grafikkarte besteht nicht nur aus dem Grafikchip. Auf der Platine sitzt GDDR7-Speicher, und der kommt aus denselben Fabriken wie normaler Arbeitsspeicher und wie HBM, der Speicher für KI-Beschleuniger. Die drei großen Hersteller haben ihre modernsten Fertigungslinien Anfang 2026 bevorzugt für Server und HBM eingesetzt. Das Marktforschungsinstitut TrendForce beschrieb das schon im Jänner als Grund für Preissteigerungen auf breiter Front.

Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz der gesamten DRAM-Branche laut TrendForce um 81 Prozent gegenüber dem Vorquartal, getrieben von stark steigenden Vertragspreisen. Für das dritte Quartal rechnete das Institut mit weiteren 13 bis 18 Prozent, für das vierte Quartal mit 10 bis 15 Prozent. Der Anstieg wird kleiner, hält aber an.

Für Grafikspeicher im Speziellen hält TrendForce fest, dass die Hersteller Kapazität flexibel zu anderen Produkten verschieben. Dadurch bleibt Grafikspeicher knapp, und GDDR6 und GDDR7 werden im Gleichschritt mit dem übrigen DRAM teurer. Wie stark das bei Endkunden ankommt, zeigt der Arbeitsspeicher: Laut PC Games Hardware kostet Arbeitsspeicher im Oktober 2026 ein Vielfaches früherer Preise, die Redaktion spricht vom Fünffachen. Dieselbe Knappheit hat auch Konsolen verteuert, mehr dazu in unserem Artikel PS5 Pro: Warum sie gerade alle wollen.

Nvidia baut weniger Gaming-Karten

Dazu kommt das Angebot an Grafikchips. Nvidia soll die Produktion der RTX-50-Serie laut TechSpot um 15 bis 20 Prozent gedrosselt haben, um mehr Kapazität für KI-Produkte zu haben. Eine offizielle Zahl von Nvidia gibt es dazu nicht.

Bei der RTX 5090 kursierte im Oktober sogar das Gerücht, Nvidia stelle sie ein und verbaue den großen GB202-Chip nur noch in teuren Profikarten. Nvidia hat das dementiert: Die Karte sei nicht eingestellt und werde weiter produziert, die Liefermengen seien aber begrenzt. So berichtet es auch PC Games Hardware. Wenige Tage später meldete Hartware Hinweise, dass Nvidia neue Bestellungen von Kartenherstellern ablehnt, betont aber selbst, dass das kein endgültiges Aus belegt. Die Founders Edition zum Preis von 2.099 Euro ist jedenfalls seit Monaten kaum zu bekommen.

Die Kartenhersteller geben die Kosten weiter

Asus, Gigabyte und Co. kaufen Chip und Speicher ein und bauen daraus die Karten, die im Handel stehen. Steigen ihre Einkaufspreise, ziehen die Ladenpreise nach. Ende Oktober haben Asus und Gigabyte in China erneut erhöht, bei der RTX 5080 laut 3DCenter um umgerechnet rund 140 bis 170 Euro pro Karte. Über alle Modelle hinweg sind Grafikkarten laut der Auswertung, die PC Games Hardware zitiert, allein im Oktober um gut 15 Prozent teurer geworden.

Warum es die RTX 5090 am härtesten trifft

Die RTX 5090 braucht den größten Chip und mit 32 GB den meisten Speicher. Beide Teile sind genau das, was KI-Kunden ebenfalls wollen. Weil wenige Karten in den Handel kommen und die Nachfrage aus dem Profi- und KI-Bereich hoch bleibt, verlangen Händler, was der Markt hergibt. In unserem Tracker liegt die günstigste lieferbare RTX 5090 bei einem österreichischen Händler Anfang November 2026 bei mehr als dem Vierfachen der UVP.

Je kleiner die Karte, desto geringer ist der Aufschlag, weil weniger Speicher verbaut ist und mehr Stück produziert werden. Bei der Radeon RX 9070 XT und der RTX 5070 ist der Abstand zur UVP deutlich kleiner als bei den Topmodellen.

Was du jetzt tun kannst

Nach den Prognosen steigen die Speicherpreise bis Jahresende weiter. Wer nicht warten will, fährt mit einer Karte aus der Mittelklasse am besten: Die RX 9070 XT und die RTX 5070 Ti bieten viel Leistung, ohne dass man das Doppelte der UVP zahlt. Einen Überblick über alle beobachteten Modelle findest du in der Kategorie Grafikkarten.

Vorsicht bei Angeboten von Drittanbietern auf Marktplätzen. Dort tauchen Topmodelle oft zu Fantasiepreisen auf. Vergleich den Preis immer mit der UVP. Unser Alarm hilft dabei: Er meldet sich nur, wenn eine Karte höchstens 25 Prozent über der UVP lieferbar ist. Wie Knappheit und Wiederverkäufer die Preise auch bei Zubehör und Sammelkarten treiben, zeigen unsere Artikel über limitierte Controller und Pokémon-Karten.