Um neun Uhr ist die Konsole ausverkauft, um vier nach neun bietet sie jemand auf einem Marktplatz zum doppelten Preis an. Wer eine PS5 Pro, einen limitierten Controller oder ein neues Pokémon-Display sucht, kennt das. Ein Restock ist nichts anderes als eine neue Lieferung. Warum sie so schnell weg ist und wie man trotzdem zum normalen Preis kauft.
Was ein Restock ist
Ein Händler bekommt neue Ware, stellt sie online und schaltet den Status von „nicht lieferbar“ auf „lieferbar“. Einen festen Rhythmus dafür gibt es meist nicht, und viele Händler kündigen Lieferungen auch nicht vorher an. Bei knappen Produkten dauert dieses Fenster oft nur Minuten. In unserem Tracker sieht man genau diesen kurzen Wechsel, danach steht das Produkt wieder auf „nicht lieferbar“.
Warum die Ware so schnell weg ist
Der erste Grund ist simpel: Es kommt weniger Ware, als Leute warten. Bei Sondereditionen ist das Absicht, Sony verkauft solche Controller ausdrücklich in kleinen Stückzahlen. Mehr dazu im Artikel über limitierte Controller. Bei Grafikkarten ist es der knappe Speicher, den KI-Rechenzentren aufkaufen, beschrieben in Warum Grafikkarten gerade so teuer sind.
Der zweite Grund ist der Termin. Kurz vor einem großen Release wollen alle gleichzeitig kaufen, und die Lieferkette kann nicht so schnell nachziehen. Das sieht man gerade bei der PS5 Pro vor GTA VI, siehe PS5 Pro: Warum sie gerade alle wollen.
Der dritte Grund sind Wiederverkäufer, die mit Programmen bestellen. Beim Start der PS5 im Jahr 2020 behauptete eine britische Gruppe, ihre Mitglieder hätten mit solchen Bots rund 3.500 Konsolen ergattert, berichteten Game Informer und Video Games Chronicle. Die Zahl stammt von der Gruppe selbst und ist nicht unabhängig geprüft. Das Muster dahinter ist aber bekannt: Ein Programm füllt ein Bestellformular schneller aus als jeder Mensch.
Was Händler und Hersteller dagegen tun
Amazon hat 2022 in den USA für PS5 und Xbox ein Einladungssystem eingeführt. Statt „In den Einkaufswagen“ gab es „Einladung anfordern“, und Amazon prüfte, ob hinter dem Konto ein echter Kunde steht, schrieb Engadget. Andere Händler begrenzen die Stückzahl pro Kunde oder schicken alle zuerst in einen virtuellen Warteraum.
Die Hersteller setzen bei der Menge an. Nintendo hat vor dem Start der Switch 2 angekündigt, genug Geräte für die Nachfrage zu bauen und „alle möglichen Maßnahmen“ gegen Wiederverkäufer zu ergreifen, berichtete Nintendo Life. The Pokémon Company hat 2025 versprochen, stark gefragte Sammelkarten so schnell wie möglich nachzudrucken, meldete Video Games Chronicle. Nachdrucke drücken die Preise auf Marktplätzen, aber erst, wenn die Ware wirklich im Handel ist. Wie das bei Karten aussieht, steht im Artikel über Pokémon-Karten.
Was nicht funktioniert
Den ganzen Tag eine Produktseite neu zu laden, kostet Nerven und trifft das Fenster trotzdem selten. Teurer ist der zweite Fehler: beim erstbesten Drittanbieter zuschlagen. Den Zelda Pro Controller gab es in den USA auf einem Marktplatz für 213,99 Dollar statt 99,99, eine PS5 Pro mit GTA VI bot ein Händler auf der Otto-Plattform für fast 1.600 Euro an, und die RTX 5090 kostet bei uns gerade mehr als das Vierfache der Preisempfehlung. Lieferbar heißt noch nicht günstig.
Was funktioniert
Erstens die Preisempfehlung kennen. Wer weiß, dass eine Konsole 899,99 Euro kostet, erkennt einen Aufschlag sofort. Zweitens vorbereitet sein: beim Händler angemeldet, Adresse und Zahlungsart gespeichert, dann dauert die Bestellung Sekunden statt Minuten. Drittens einen Alarm nutzen, der sich nur meldet, wenn der Preis stimmt. Unser Alarm schickt eine Nachricht, sobald ein Produkt bei einem Händler wieder lieferbar ist und höchstens 25 Prozent über der Preisempfehlung liegt.
Und viertens: Vorsicht bei Shops, die man nicht kennt. Gerade bei knapper Ware tauchen Fake-Shops auf, die vorab kassieren und nie liefern. Die österreichische Watchlist Internet führt eine Liste solcher Seiten. Ein Blick dorthin dauert eine Minute.
Wie wir Händler abfragen
Wir fragen nur Händler ab, die automatische Abrufe erlauben, und halten uns an ihre robots.txt. Unser Server meldet sich ehrlich als wogibtsdas.at und schickt höchstens eine Anfrage pro Sekunde an einen Händler. Amazon fragen wir nur über die offizielle Schnittstelle ab. Wir kaufen nichts und reservieren nichts, wir sagen nur Bescheid. Alle beobachteten Produkte stehen auf der Startseite.