Pokémon wird 2026 dreißig Jahre alt. Im Februar wurde eine einzelne Karte für 16,49 Millionen US-Dollar versteigert, gleichzeitig sind neue Displays bei Händlern oft in Minuten vergriffen. Die meisten Karten sind trotzdem nur ein paar Euro wert. Den Unterschied machen Seltenheit, Zustand und Nachfrage.
Österreich sucht besonders viel
Beim Suchinteresse für Pokémon-Karten liegt Österreich im europäischen Vergleich vorne, berichtete Leadersnet zum Pokémon Day im Februar 2026. Die Suchen nach japanischen Karten stiegen demnach um mehr als 50 Prozent.
Der Hype ist nicht neu. The Pokémon Company meldet für das Sammelkartenspiel in Europa seit Jahren Rekordumsätze, die jüngste Mitteilung spricht von einem weiteren Rekordjahr und kündigt für das Jubiläum 2026 zusätzliche Aktionen an.
Der Rekord: 16,49 Millionen Dollar
Am 16. Februar 2026 versteigerte das Auktionshaus Goldin eine Pikachu-Illustrator-Karte des Influencers Logan Paul für 16.492.000 US-Dollar. Guinness World Records führt sie seitdem als teuerste je versteigerte Pokémon-Karte, nach Angaben von Sports Illustrated ist es sogar die teuerste Sammelkarte überhaupt. Paul hatte die Karte 2021 für 5,275 Millionen Dollar gekauft. Sie ist das einzige Exemplar, das der Prüfdienst PSA mit der Bestnote 10 bewertet hat, berichtet CNN.
Was eine Karte wertvoll macht
An diesem Rekord lässt sich ablesen, worauf es ankommt. Die Pikachu Illustrator wurde 1998 nur an Gewinner eines Zeichenwettbewerbs in Japan vergeben, es gibt also sehr wenige davon. Von diesen wenigen ist eine einzige in perfektem Zustand. Und Pikachu ist das bekannteste Pokémon überhaupt.
Für normale Karten heißt das: Ein Glurak aus einem alten Sammelalbum ist nicht automatisch viel wert. Es kommt auf Auflage, Sprache und vor allem den Zustand an. Kratzer, ein Knick oder abgestoßene Ecken senken den Wert sofort deutlich. Wer glaubt, eine wertvolle Karte zu besitzen, sollte sie vor einem Verkauf von einem Prüfdienst bewerten lassen.
Fälschungen nehmen zu
Mit den Preisen steigen die Fälschungen. Der Prüfdienst PSA hat nach eigenen Angaben gefälschte Sammelkarten im Wert von rund 200 Millionen Dollar abgefangen, berichtet Sports Illustrated. Auch Etiketten von Prüfdiensten werden gefälscht, schreibt ComicBook. Bei teuren Karten sollte man die Zertifikatsnummer auf der Website des Prüfdienstes nachschlagen und nur bei Händlern kaufen, die man kennt.
Neue Displays: schnell weg, dann teurer
Die meisten Sammler kaufen keine Raritäten, sondern neue Displays und Top-Trainer-Boxen. Auch die sind knapp: Bei Nachlieferungen sind beliebte Produkte oft nach kurzer Zeit ausverkauft, wie etwa Berichte von mydealz über Kaufland zeigen. Kurz darauf tauchen dieselben Produkte auf Marktplätzen zum Mehrfachen der Preisempfehlung auf.
Für Displays und Top-Trainer-Boxen haben wir noch keinen Händler, den wir sauber abfragen können. Ein Alarm für Pokémon-Karten, den du jetzt anlegst, greift ab dem ersten angebundenen Händler. Schon beobachtet werden die LEGO-Sets Pokéball und Rayquaza, alle LEGO-Sets stehen in der Kategorie LEGO.
Wie Knappheit und Wiederverkauf bei Zubehör funktionieren, beschreiben wir im Artikel über limitierte Controller, die Lage bei Konsolen im Artikel über die PS5 Pro.